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Aktuelles


Für Menschen bauen – nicht für Profite!

Die Stadt Stuttgart hat vom 02. - 03.07.2018 unter dem Motto „Think big – Think schwäbisch“ zum 11. Immobiliendialog der Region Stuttgart eingeladen. Das nötige Kleingeld von 460,- EUR für das Ticket vorausgesetzt, konnte man zwei Tage lang unter Immobilienfirmen und PolitikerInnen Renditepotentiale auf dem Wohnungsmarkt Stuttgarts erschließen. Ein Skandal: Obwohl sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Stuttgart zunehmend zuspitzt, wird den Immobilienhaien der rote Teppich ausgerollt, anstatt auf die Bedürfnisse der Stuttgarter eingegangen!

Parallel zu diesem exklusiven Immobiliendialog gab es eine bunte und laute Protestkundgebung, organisiert vom "Aktionsbündnis Recht auf Wohnen". Hannes Rockenbauch, Stadtrat von SÖS/LINKE/PluS, moderierte durch die breit aufgestellte Veranstaltung, zu der über 200 Menschen kamen. Mit Trillerpfeifen, Transparenten und Trompeten wurde auf die Wohnungsnot aufmerksam gemacht. Die vielen kritischen Redebeiträge wurden mit Blues auf dem Akkordeon und Gesang aufgelockert. Auch DIE LINKE. Stuttgart war natürlich mit Transpis und Fahnen dabei.

Bei der Kundgebung sprach ein Vertreter der Ambulanten Wohnungsnotfallhilfe über die menschenunwürdige Situation auf dem Sozialwohnungsmarkt, der von Jahr zu Jahr schwindet. Selbst mit einem Wohnungsberechtigungsschein muss man Jahre auf eine Sozialwohnung warten. Ein Kritischer Aktionär der Vonovia motivierte die Zuhörer auch eine Aktie von Vonovia zu ergattern und mit ihm gemeinsam die Aktionärsversammlungen mit kritischen Anfragen zu stören. Er fordert: den Modernisierungsparagraphen §559 BGB gilt es ersatzlos abzuschaffen!

Joe Bauer, bekannt für seine scharfe Zunge und seinen klaren Verstand, konnte sich ein paar deftige Seitenhiebe nicht verkneifen und entzauberte die galoppartigen Auswüchse provinzieller Großmannssucht im verstaubten Stutengarten und forderte die Stadtspitze auf, endlich etwas für die Menschen zu tun, statt für Profite.

Für Empörung sorgten die Berichte von Petra Rauss-Nebes (SWSG-Mieterinitiative) und des BesetzerInnenkollektivs „Leerstand beleben“: SWSG-Wohnobjekte im guten Zustand in der Liebknechtstraße sollen einem 18-stöckigen, phallusartigen Bürokomplex der Allianz AG weichen und die HausbesetzerInnen die mit ihrer einzigartigen Protestaktion auf die skandalöse Leerstandssituation aufmerksam machen wollten werden von den Eigentümer juristisch gejagt. Selbst rechtmäßigen MieterInnen der Wilhelm-Raabe-Straße-4 wurde aufgrund von Solidaritätsbekundungen mit den HausbesetzterInnen fristlos gekündigt! Hat OB Kuhn sein Versprechen von 2015 „Bezahlbare Wohnungen für Alle“ etwa vergessen?

Mut machte der Redebeitrag von Jose-Miguel Revilla, von den Vertrauensleuten IG Metall, Mettingen, die sich mit den HausbesetzerInnen solidarisch zeigten. Mit GenossInnen aus Mettingen legte er schon vor Jahren die B10 lahm, um gegen unhaltbare Dynamiken im Daimler-Werk zu protestieren. Auch eine Art Besetzung. Zu der Menge vor dem Rathaus rief er: „Manchmal muss man Grenzen überschreiten!“.

Ja, Wohnraum ist keine Ware! DIE LINKE ist dafür, die Verdrängung zu stoppen, Leerstand zu beleben und kommunal zu bauen! Dafür lohnt es sich doch gemeinsam und solidarisch auf die Straße zu gehen!

Krzysztof Milcarek für den Kreisvorstand