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Aktuelles


Und wieder einmal wurde der Linke Protest kriminalisiert

Bereits zwei Wochen nach dem letzten Aufmarsch rechter Kräfte sollte es vergangenen  Samstag (07.04.2018) in Kandel erneut dazu kommen. Wieder wollten auch wir als Teil des bunten und lauten Gegenprotests vor Ort werden und gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit Flagge zeigen.

Aus Stuttgart kommend schlossen sich unserer Gruppe weitere antifaschistische Kräfte an und wir wollten zeitnahe den Zug nach Kandel besteigen. Bereits bei der Ankunft am Gleis, kam es zum ersten Eingreifen der Polizei, die völlig anlasslos einen Demonstranten aus der Gruppe zog und in Gewahrsam nahm.

Der Rest von uns konnte die Fahrt unbehelligt fortsetzen. Diese endete aber aprubt in Wörth, wo die Polizei unseren Zug schon mit vielen Einsatzkräften in Empfang nahm. Behelmt und in Vollmontur wollte die Polizei grundlos mitten in unsere geschlossen stehende Gruppe eindringen und die letzte Station in unserem Zug mitfahren. Trotz unserem Zusammenrücken und genug freiem Platz an angrenzenden Eingängen drängten die Beamten schließlich unter Einsatz massiver Gewalt, Tritten, Schlägen und dem gezielten Herausziehen friedlicher Demonstranten an Nacken und Gesicht schließlich in die Eingangsbereiche der Bahn und trennten unsere Gruppe so in den verschiedenen Zugwaggons.

Doch auch dann wurde die Fahrt nicht fortgesetzt. Stattdessen wurden wir nach langer Wartezeit im engen und heißen Zug schließlich einzeln aus dem Zug geholt und anschließend erkennungsdiestlich behandelt (Fotos/Filmaufnahmen von jeder Person und Personalienaufnahme) Die Prozedur zog sich so lange hin, dass wir teils bis zu drei Stunden in dem Zug gefangen waren.

Als alle den Zug verlassen und die Prozedur überstanden hatten, war es bereits so spät, dass sich eine Weiterfahrt nach Kandel nicht mehr gelohnt hätte. Stattdessen fuhren wir geschlossen zurück nach Karlsruhe und zogen mit einer spontanen Demonstration gegen rechte Umtriebe und staatliche Willkür und Repression friedlich durch die Stadt.

Es ist festzuhalten, dass die Polizeimaßnahmen neben ihrer Unverhältnismäßigkeit vor allem den Gegenprotest in Kandel von gut 150-200 Antifaschisten verhindert haben. Wir wurden augenscheinlich gezielt daran gehindert, unsere Stimme in Kandel auf die Straße zu bringen. Das ist eine Aushöhlung der Versammlungsfreiheit.

Die „Randale im Zug“, von der die Polizei spricht, ging zuerst von den eindringenden Polizisten aus. Es hätte in Wörth zu keinem Zusammenstoß von Demonstranten und Staatsgewalt kommen müssen – das ist einzig und allein dieser völlig absurden und provozierenden Einsatztaktik der Einsatzkräfte geschuldet.