Über 120 Menschen beim SIEDEKESSEL Klimafestival von der LINKEN Stuttgart

Darüber, dass wir uns im Kampf um unseren Planeten nicht auf die Ampel und Konzerne verlassen können, herrscht in weiten Teilen der Klimagerechtigkeitsbewegung inzwischen Einigkeit. Deshalb müssen es wir Menschen selbst in die Hand nehmen und Veränderung von unten erstreiten — doch was heißt das konkret? Welche Theorien geben uns eine Leitlinie? Und was für Strategien versprechen Erfolge?

Um Antworten auf diese Fragen zu entwicklen, organisierten wir von der LINKEN Stuttgart Anfang September das Klimafestival SIEDEKESSEL. Finanziell ermöglicht wurde es von der Bundestagsfraktion. Dabei stellte das Festival auch den vorläufigen Endpunkt unserer lokalen ÖPNV-Kampagne @365stuttgart dar, bei der wir über 13.000 Unterschriften für einen weitreichenden Nulltarif sammeln konnten. Die vielen Erfahrungen bei der Organisation und Durchführung der Kampagne wollten wir uns an diesem Tag einfließen lassen — und dabei auch das Feiern des Erreichten nicht vergessen.

Das Festival wollten wir bewusst nicht in einem der üblichen politischen Räume veranstalten, sondern es mitten in die Stadt hineintragen. Die Wahl viel auf eine kleinere Kunstgalerie am Rand der Stuttgarter Stadtmitte. Da das Wetter mitspielte, konnte ein Großteil des Programms sogar draußen auf der Straße umrahmt von Altbauten stattfinden.

Den Start machte mittags das Eröffnungspodium. Hierbei erklärte eine Aktivistin — und seit kurzem auch LINKE Genossin — die Kampagne #wirfahrenzusammen, bei der die Klimabewegung gezielt mit ÖPNV-Beschäftigten und Verdi zusammenarbeitet. Den Gegenentwurf formulierte ein Aktivist der Letzten Generation Stuttgart, ehe ein LINKE Genosse mit seinen Erfahrungen zur lokalen ÖPNV-Kampagne die Debatte abrundete. Es folgten theoretische Inputs zur Frage von Klassenkampf und Klimakrise (vorgetragen vom SDS-Genossen Joshua Graf), einem linken Green New Deal (Bernd Riexinger) und dem Streikansatz Bargaining for the common good (Michael Feindert). Im Anschluss berichteten Aktivist:innen aus Lützerath und von Deutsche Wohnen und Co. enteignen von ihren praktischen Ansätzen, während der Salzburger KPÖ-Landtagsabgeordnete Christian Eichinger Einblicke in deren Erfolgsrezept gab.

Gespannte Blicke gab es, als am Abend mit Andreas Kemper eine echte Bekanntheit über die Zusammenhänge von Klimakrise, Männlichkeit und Rechtsextremismus referierte. Daraufhin berichtete MdB Gökay Akbulut über die Lage in der Türkei und ihre vor Kurzem erfolgte Verhaftung. Ein fulminanter Abschluss gelang der Autorin Özge Inan mit einer Lesung aus ihrem Debütroman „Natürlich kann man hier nicht leben“. Leseempfehlung!

Schlussendlich konnten wir als LINKE an diesem Tag über 120 Personen der Klimagerechtigkeitsbewegung mit sozialen Akteur:innen, Gewerkschafter:innen und noch unorganisierten Stuttgarter:innen zusammenbringen. Für uns wurde so greifbar, dass DIE LINKE nicht nur eine zentrale Akteurin und treibende Kraft im Aufbau einer starken sozial-ökologischen Bewegung sein muss, sondern es mit einem guten Plan auch sein kann.