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Solidarität mit den Beschäftigten im Sozial- & Erziehungsdienst

Heute sind Erzieher*innen in den 180 städtischen Kitas in Stuttgart zum Warnstreik aufgerufen. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und mehr finanzielle Anerkennung für ihre Arbeit. Sie befinden sich gemeinsam mit Sozialarbeiter*innen und Beschäftigten in Behindertenhilfehinrichtungen u.a. im Streik. Und sie streiken auch stellvertretend für ihre vielen Kolleg*innen, die in privaten oder frei-gemeinnützigen Trägern arbeiten, deren Löhne und Arbeitsbedingungen sich oftmals am öffentlichen Dienst orientieren.

Der erste Streiktag dieser Tarifrunde findet heute, am 8. März, am Weltfrauentag statt. Das ist ein gutes Signal, denn im Bundesschnitt sind 83 % aller Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen Frauen.

Schon vor Corona fehlte es an gute bezahltem Personal, um mit den wachsenden Anforderungen an den Beruf Schritt zu halten. Nach wie vor sind viele Erzieher*innen-Stellen in Stuttgart unbesetzt (200 laut dem letzten Geschäftsbericht des Jugendamtes). Die Fluktuation ist hoch – viele verlassen den Beruf schnell wieder. In der Pandemie standen Erzieher*innen unter besonders großem Druck. Abstandhalten ist in Kitas eben unmöglich.

Es wird Zeit für einen Paradigmenwechsel: Soziale Arbeit, Erziehungsarbeit ist mehr wert, ist wichtige frühkindliche Bildung und legt damit Grundsteine für das, was an unserer Gesellschaft fortschrittlich ist – wie z.B. die Erwerbsbeteiligung von Frauen und ein hoher Bildungsgrad.

Der Fachkräftemangel (in deutschen Kitas fehlen laut der Gewerkschaft ver.di 173.000 qualifizierte Erzieher*innen) hängt auch mit der vergleichsweise schlechten Bezahlung bei steigenden Anforderungen zusammen.

Wir sagen: Die Kolleg*innen in den Kitas streiken für uns alle – denn wir alle profitieren von einer guten sozialen Infrastruktur in Bildung und Erziehung!

Aber ein Streik in Kitas ist natürlich voraussetzungsvoller als z. B. in der Industrie. Dem kommunalen Arbeitgeber entsteht durch einen Streik erst einmal kein wirtschaftlicher Schaden. Obwohl viele Eltern hinter den Forderungen der Erzieher*innen stehen, stellt ein Kita-Streik viele Eltern vor ernsthafte logistische Probleme.

Das heißt: je deutlicher und schneller wir gesellschaftlichen Druck auf die Arbeitgeber, den Verbank kommunaler Arbeitgeber (VKA) aufbauen können, umso schneller werden die Forderungen der Belegschaften erfüllt.

Was können betroffene Eltern tun? Fordern Sie auf jeden Fall von der Stadt Stuttgart eine Erstattung ihrer Kita-Gebühren ausfallende Betreuungstage durch Streiks. Das Aktionsbündnis 8. März Stuttgart stellt auf seiner Website hierfür einen Musterbrief zur Verfügung. Laden Sie das Dokument herunter. Ergänzen sie ihre Anschrift und den Namen der Kindertageseinrichtung, die ihr(e) Kind(er) besuchen und adressieren sie das Schreiben an das Jugendamt:
Landeshauptstadt Stuttgart – Jugendamt, Wilhelmsstraße 3, 70182 Stuttgart