Warnstreik im Einzelhandel geht weiter - Streikbeteiligung am Cannstatter Carré

Zwei Wochen nach der großen Streikversammlung im Gewerkschaftshaus, hieß es am Freitag, 11.08. für die Beschäftigten im Einzelhandel wieder: "Heute ist kein Einkaufstag – heute ist Streiktag!". DIE LINKE OV Bad Cannstatt - Mühlhausen - Münster unterstützte den Streik am Cannstatter Carré mit einer Soli-Erklärung und einem großen Transparent aktiv und informierte anschließend Passant*innen.

Am Freitag machten etwa 250 Beschäftigte aus dem Einzel- und Großhandel deutlich, dass die Arbeitgeberseite ihre Blockadehaltung endlich beenden muss. Die Beschäftigten im Einzelhandel gehören zu den Geringverdienern. Sie sind völlig unterbezahlt. 15% mehr Gehalt im Einzelhandel und 13% im Großhandel sind das Mindeste! Mit Parolen und einigen knackigen Reden wurde die Notwendigkeit des Streiks betont. Die stv. ver.di Bezirksgeschäftsführerin Sidar Carman grüßte uns in ihrem Redebeitrag. Sie zeigte sich auch gegenüber den nervösen "Beobachtern in weißen Hemden" - genauer den Chefs der bestreikten Filialen im Carré sowie der Security - kämpferisch. Für das Abschlussbild nahmen sich die Beschäftigten dann auch selbstbewusst die Treppe am Carré. 

Unser Transparent war die gesamte Kundgebung über sichtbar und prägte neben den Streikwesten und Plakaten der Beschäftigten den Streiktag. Unserer Meinung nach endete die Streikkundgebung etwas früh. Streikposten am Carré Eingang aufzustellen und Flyer für die Bürgerinnen und Bürger bereit zu haben, wäre ein großer Gewinn, um die Streiks schlagkräftiger zu machen. Vor diesem Hintergrund wollten wir als LINKE auch noch nach Ende der Kundgebung präsent bleiben. Wir stellten uns solidarisch mit den Beschäftigten vor den Carré Eingang und machten mit Flyern und unserem Transparent auf den Streik aufmerksam.
Unser Dank gilt an dieser Stelle den 8 (!) Polizistinnen und Polizisten, die von Seiten des nervösen Managements des Cannstatter Carrés gerufen wurde. So wurde die Aufmerksamkeit für unsere Aktion enorm erhöht!
Security und Polizei fanden letztlich keinen Anlass uns von unserer Soli-Arbeit abzuhalten. Wir verteilten 200 Solidaritätserklärungen und die aktuellen Infoblätter und machten uns erst auf den Heimweg, als uns das Material ausging. Wir freuen uns auf kommende Streiks und werden euch auch weiterhin informieren und zur solidarischen Teilnahme einladen.

Fotos: Ali Yunus Carman