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Corona-Krise: Solidarität mit allen Betroffenen

Durch die Corona-Krise wird umso schmerzlicher deutlich, wie unser Gesundheitssystem in den letzten Jahren kaputtgespart wurde: Es fehlt an Pflegepersonal, an Ärztinnen und Ärzten und an Intensivbetten, die wir jetzt so dringend bräuchten.

 

Auch ohne die aktuelle Corona-Krise waren die Pflegenden schon überlastet. Nun müssen sie auch noch diese zusätzlich Belastung stemmen, deren Ausmaße sich erst abzuzeichnen beginnt.

Die Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeheimen leisten Care-Arbeit für Andere. Doch viele haben auch selbst Familien, um die sie sich jetzt kümmern müssten, aber nicht die nötige Zeit dazu haben. Zusätzlich sind sie gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Höhere Löhne in der Pflege waren schon in der Vergangenheit dringend nötig, jetzt müssen sie schnell und mit einer zusätzlichen Zulage um mindestens 500,00 Euro im Monat angehoben werden.

Doch nicht nur Pflegekräften sind in der Ausübung ihrer wichtigen Arbeit gefährdet. Auch Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel setzen sich in Ihrem Einsatz für eine Aufrechterhaltung der Versorgung einem erhöhten Ansteckungsrisiko aus. Sie sind überlastet und kommen kaum hinterher, die Regale aufzufüllen. Auch die Beschäftigten im Einzelhandel werden überwiegend schlecht bezahlt, obwohl sie entscheidendes für unsere Gesellschaft leisten. Unnötig auch zu erwähnen, dass sowohl in Pflege als auch im Einzelhandel ein Großteil der beschäftigten Frauen sind.

Die Schließungen von KiTas und Schulen sind richtig. Aber: wer nicht im Bereich der „kritischen Infrastruktur“ arbeitet hat jetzt keine Kinderbetreuung mehr und muss, wenn keine Lösung innerhalb der Familie gefunden wird und Homeoffice nicht ermöglicht wird, Verdienstausfälle hinnehmen. Das darf nicht sein! Hier müssen die Unternehmen verpflichtet werden Homeoffice zu ermöglichen oder die Löhne weiter zu zahlen.
All dies zeigt: Die Pandemie trifft die Ärmsten am härtesten und verstärkt so bestehende soziale Ungleichheiten. Ältere Menschen, die oft allein leben und oft armutsgefährdet sind, sind besonders durch das Virus gefährdet. Es ist notwendig, dass Strukturen geschaffen werden, um sie auch zuhause mit allem nötigen zu versorgen.

In Krisenzeiten werden die Ungerechtigkeit des kapitalistischen Systems in besonderer Weise sichtbar. Wer sowieso schon viel hat, wird aus dieser Krise gut herauskommen, die Armen verlieren viel, vielleicht Alles.
Corona kann mit darüber entscheiden, in was für einer Gesellschaft wir leben: Wird die soziale Spaltung drastischer oder tun wir das Richtige und stellen wir die Menschen in den Mittelpunkt und stärken die öffentliche Infrastruktur und Strukturen der Solidarität ?