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Filippo Capezzone

Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern beenden!

Bundesweit ist der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland sehr hoch und liegt bei 20,1% (im Jahr 2018). In Baden-Württemberg liegt der Lohnunterschied sogar noch über dem Bundesdurchschnitt und beträgt 24,3%. Lohnunterschiede führen zu höheren Belastungen durch die Kosten des Alltags (z.B. durch die Miete), bedeuten finanzielle Abhängigkeit z.B. von Partnern und führen zu niedrigen Renten im Alter. Das muss aufhören!

Die statistischen Daten zur Lohnungleichheit liefern zwar wichtige Hinweise für die Ungleichbehandlung der Geschlechter, zeigen aber nur die Spitze des Eisbergs: Der Verdienstunterschied wird auf Grundlage der Bruttostundenlöhne von Vollzeiterwerbstätigen berechnet. Frauen arbeiten aber wesentlich häufiger in Teilzeit als Männer (88% der Teilzeitbeschäftigten in BW sind Frauen), sowie in Minijobs und geringfügiger Beschäftigung, weswegen die realen Einkommensunterschiede noch weit größer sind. Der Anteil von Frauen in gesellschaftlich wichtigen, aber schlecht entlohnten Arbeiten ist zudem sehr hoch – in der alten und Krankenpflege z.B. jeweils über 80%, wie auch im Einzelhandel, den Sozial- und Erziehungsdiensten oder dem Reinigungsgewerbe.

Die wesentlich höhere zeitliche Belastung von Frauen durch unentgeltliche Arbeit in der Familie – Haushalt, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen u.s.w. – steht damit in unmittelbarem Zusammenhang.

Ein Wort noch zu den Renten: Die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen im Bezug auf die Altersrente ist in Baden-Württemberg katastrophal. Frauen bekamen im Landesdurchschnitt 2018 740 Euro Rente im Monat und damit 436 Euro weniger als Männer. 79% aller Frauen die heute in Rente gehen erhalten eine Rente unterhalb der Armutsgeführdungsschwelle (1.127 Euro im Monat netto). Bei Männern sind es nur 42% (was schlimm genug ist).

Um die Einkommensunterschiede schnell abzubauen braucht es u.a. folgende Maßnahmen:

■ Pflege, Sozial- und Erziehungsberufe, Einzelhandel, Reinigung und viele andere Berufen, in denen Frauen die Mehrzahl der Beschäftigten stellen, müssen aufgewertet werden. Das Land Baden-Württemberg hat beispielsweise bei den Löhnen der Beschäftigten in den Unikliniken oder der Landespsychatrien direkte Eingriffsmöglichkeiten in die Entlohnung. Zudem kann das Land den Kreisen und Gemeinden finanzielle Sicherheit bieten und sie so ermutigen übertarifliche Lohnzulagen an Kreiskliniken zu beschließen. Durch strenge soziale Richtlinien bei der Vergabe öffentlicher Aufträge kann, z.B. bei Reinigungsfirmen, Druck für mehr Tarifbindung und bessere Bezahlung gemacht werden und die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern als zusätzliches Vergabekriterium berücksichtigt werden.
 

■ Um die Erberwerbsbeteiligung von Frauen zu verbessern spielt der Ausbau von Kinder-Betreuung und Ganztagsschulangebot eine entscheidende Rolle. Wir brauchen mehr Personal und mehr Investitionen in Kindertageseinrichtungen und Schulen um allen Eltern und ihren Kindern vom ersten Lebensjahr bis zum Ende der Schulzeit einen beitragsfreien Ganztagesplatz an KiTas und Schulen in Wohnortnähe garantieren zu können.