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Politischer Aschermittwoch 2020

Am Abend des 26. Februar 2020 veranstaltete der Kreisverband der LINKEN in Stuttgart den alljährlichen politischen Aschermittwoch. Ein Abend an dem in eher lockerer Atmosphäre statt zu einzelnen politischen Fachthemen, zum politischen Rundumschlag ausgeholt wird. Wie gewohnt achteten wir auf eine Mischung aus Beiträgen aus der lokalen Politik und Bewegung und Beiträgen von bundespolitischer Tragweite. Britta Mösinger, aktiv in zahlreichen wohnungspolitischen Bündnissen und Initiativen, sprach zum Stuttgarter Mietenwahnsinn und informierte zum geplanten Mietentscheid, an dem die LINKE Stuttgart sich aktiv beteiligen wird und mobilisierte zur Mietendemo am 28. März 2020. Im Anschluss an Brittas Beitrag sammelten wir Spenden im Publikum, um die finanzielle Basis der Demo aufzubessern (Flyer, Plakate, Bühnentechnik etc.). Scheinbar war Brittas vorhergehende Rede inspirierend: Ein beachtlicher Betrag von mehreren hundert Euro kam zusammen und wird in den nächsten Tagen auf das Konto des Bündnisses überwiesen. Wir bedanken uns nochmals ausdrücklich bei allen Gästen, die einen finanziellen Beitrag zum Gelingen der Demo leisten konnten.

Unser wie gewohnt kongenialer Moderator Cuno Hägele führte mit Witz und Ironie und klaren und kämpferischen Aussagen gegen Rassismus und Faschismus durch den Abend. Gerade im Angesicht der Anschläge von Hanau, dem, durch den prompten und massiven Protest auf der Straße und bis hinein in bürgerliche Kreise, vorerst abgeblasenen Versuch der bürgerlichen Parteien in Thüringen mit den Faschisten der AfD zu paktieren, vielen die Redebeiträge notwendigerweise weniger locker und ironisch aus als sonst beim Aschermittwoch üblich.

Janine Wissler, LINKE Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag und engagierte Bewegungspolitikern, fand eindringliche Worte für den Kampf gegen Rechts, gegen Rassismus und auch für den Entzug des sozialen Nährbodens für rechte Propaganda, der neben der AfD auch ausdrücklich gegen die bürgerlichen Parteien durchgesetzt werden müsse. Das Publikum lauschte Wisslers halbstündiger Rede aufmerksam.

Vor der Pause trat unsere Stuttgarter Genossin Lisa Baumeister, Sekretärin bei der Gewerkschaft Nahrungsmittel Genuss und Gaststätten (NGG) auf die Bühne und berichtete von den Forderungen und dem aktuellen Stand der Tarifverhandlungen in zahlreichen Unternehmen der "Systemgastronomie", also Firmen wie z.B. McDonalds, KFC, Vapiano, Autogrill, L'Osteria etc. etc. Die Verhandlungen gegen den Arbeitgeberverband BdS (Bundesverband der Systemgastronomie) werden unter dem Label "Fast Food workers United" geführt. Eine der zentralen Forderungen ist eine tarifliche Lohnuntergrenze bei 12,00 Euro, also ein Mindestlohn, der endlich nicht mehr zu Einkommen und erst recht Renten unter der Armutsschwelle führt. Das Publikum wurde zu einem Solidaritätsfoto auf die Bühne gerufen, wo sich so viele Genossinnen und Genossinnen wie eben Platz hatten einfanden und mit dem Symbol der Kampagne - einer großen 12 - ihr Zeichen der Solidarität für die Kolleginnen und Kollegen in der Systemgastronomie setzten.

Nach einer kurzen Pause in der wir Snacks und Getränke verkauften, vertiefte der letzte Redner des Tages, der Friedensaktivist in Bundestagsabgeordnete Tobias Pflüger, einige der Punkte, die Janine Wissler in ihrer Rede bereits angerissen hatte. Insbesondere die Bedrohung durch rechtsgerichtete Gewalttäter, die sich in den Organisationen des staatlichen Sicherheits- und Militärapparats tummeln und ungestört gedeihen, wurde von Pflüger mit viel Detailkenntnis ausgeführt - wie auch die Verantwortungslosigkeit mit der gegen diese Umtriebe vonseiten der bürgerlichen Parteien nicht vorgegangen wird.

Zum Dank erhielten die Redner*innen, sowie Moderator Cuno Hägele ein Geschenk - ein bebildertes Kinderbuch über die Abenteuer der mutigen Kapitänin Carola Rackete, die sich für Seenotrettung und Umweltschutz einsetzt  - in der Annahme, dass unsere Gäste für dieses Geschenk in ihrer Verwandtschaft sicherlich geeignete dankbare Abnehmer*innen finden würden...

Zum Schluss spielte noch unsere Band auf, die bereits den ganzen Abend begleitet hatte - das Duo Fleuri aus Stuttgart - das mit Flügelhorn, Alt- und Sopransaxophon, Beatbox, Loopstation und Gesang für gute Stimmung sorgte.

Wir möchten uns zum Schluss bei allen bedanken, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben: neben den Redner*innen bei dem Gastro-Team um Thomas Haschke, bei der Band Duo-Fleuri, bei allen Genoss*innen, die bei der Plakatierung und Mobilisierung mit Flyern (z.B. auf der Montagsdemo) mitgeholfen haben. Natürlich auch beim Laboratorium-Stuttgart, in dem wir uns mit unseren Veranstaltungen immer wohlfühlen. Zum Schluss danken wir noch den Gästen und allen die wir vergessen haben. Für Anregungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge fürs nächste Mal freut sich der Kreisvorstand auf Rückmeldungen.